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Eislaufpolitik, Reglement, Bewertung, ...


Hallo Kati und Rene,
zuerst schöne und herzliche Grüsse von mir !Ich bin ein Eiskunstlauf Fan au Tschechien (zur zeit Österreich)und möchte gerne Eure Meinung kennen:und zwar bei uns (eine czech eiskunstlauf fan forum)wird zur Zeit sehr häufig diskutiert über neuer bewertung system ...vor allem bei tanzen. Viele Fans sind traurig das dies bring keine grosse momente auf dem Eis mehr..keine Emotionen und Erlebnise wie noch vor paar Jahren...das alles sieht fast gleich an, alle Programe.Zwischen den Paaren sind keine grosse unterschiede mehr, vieleicht noch die Kostyme. Wir glauben, das alles aus Grunde neuen bewertung System, welche die Choreographen und Athleten einfach bremst...keine traut sich was besonderes machen...alle sinn wie gefeselt.Vieleicht sind wir nur zuviel kritisch......und deswegen möchten wir gerne Meinung von Euch...Profitänzer gerne wissen.Vielen dank und nochmal herzliche Grüsse von mir und allen aus Tschechien.
Lenka David
Sarleinsbach, OberÖsterreich, Österreich - Saturday, February 24, 2007 at 19:10:03 (CET)
 
Hallo, Lenka,
Die Fans haben in vielerlei Hinsicht recht, dass die großen Momente und Emotionen im Eistanzen fehlen. Vielleicht kann man sagen, es ist alles mehr sportlich, weniger künstlerisch geworden. Und vielleicht auch vergleichbarer, da man mehr sehen kann, wer technisch gut Schlittschuh laufen kann.
Wir finden es teilweise auch schade, dass man so eingeschränkt ist und kaum noch Zeit für richtige Kreativität im Programm bleibt, aber es ist wohl die Entwicklung, damit das Eistanzen olympische Disziplin bleiben kann. Vielleicht muss man aber die vorgeschriebenen Elemente doch etwas begrenzen und doch wieder etwas mehr Freiheit und Kreativität zulassen.
Besonders in den Schrittfolgen fällt es oft auf, dass man auf jede Musik diese Schritte laufen kann und da hat man auch kaum noch die Möglichkeit für künstlerische Kreativität, denn jeder ist so konzentriert, die erforderlichen Schritte aufs Eis zu zaubern oder die Hebungen bloß nicht zu lang zu halten, denn sonst gibt es eine Menge Punktabzug. Die guten Paare schaffen es noch ganz gut, alles umzusetzen, aber schwächere Paare sind oft überfordert.
Es ist vielleicht die große Herausforderung innerhalb all dieser Vorschriften, noch eigene Emotionen hineinzugeben. Aber wir können sagen, das ist so schwer, denn die Schritte sind so anspruchsvoll geworden, dass alles mehr konzentriert als gelöst ausschaut. Es gibt also ein Für und Wider im Eistanzen. Einerseits ist es sportlicher geworden, aber für den Zuschauer vielleicht nicht unbedingt interessanter.
Liebe Grüße von Kati und Renéy

Hallo Kati, Hallo René,
zuerst einmal unsere herzlichen Glückwünsche zum einjährigen Jubiläum eurer Bronzemedaille.
Nun ist die erste WM ohne euch als Amateure auch schon vorbei. Ihr habt gefehlt, aber man hätte sich wahrscheinlich sonst eh wieder nur aufregen müssen. Zudem haben euch die Beiers, wie wir finden, würdig vertreten. Zur WM haben wir nun auch einige Fragen.
Neben den Preisrichtern zählen selbst die Kommentatoren Albena und Maxim wohl nicht mehr zu den Herausforderern von Nawka/ Kostomarov. Seht ihr für die beiden bzgl. Olympia noch eine Chance?
Und da ihr mit dem neuen Wertungssystem ja scheinbar auch nicht ganz glücklich seid, wäre die nächste Frage, welchen Eistanzpaaren ihr welche Medaille gegeben hättet. Sind die Russen wirklich so überlegen? So herausragend und innovativ wie frühere Weltmeister finden wir sie nicht. Und wer hat euch abgesehen von Medaillenkandidat oder nicht besonders gefallen?
Wir wissen, ne Menge Fragen, aber wir würden halt solche Sachen gern öfter mit Experten diskutieren, haben aber leider selten die Gelegenheit.
Ach so, eine Frage noch ein bissel ausm Zusammenhang. Wie hießen eigentlich die Dick Brave-Songs aus eurer Schaulaufnummer?
Danke schon mal Vorab. Viel Spaß und Glück beim Studium (ich weiß, wie stressig das ist) und beim Trainieren.
Liebe Grüße, Katarina und Kerstin.
Berlin - Saturday, April 2, 2005 at 21:22:47 (MET DST)
 
Hallo, Katarina und Kerstin
Danke für die Glückwünsche, wir haben natürlich auch alles ganz genau verfolgt bei der WM, aber ich muss sagen, wir sind froh, dass wir keine Wettbewerbe mehr laufen. Shows sind da schon um einiges entspannender und auch mit dem neuen Wertungssystem hat sich an der Politik in unserem Sport nicht viel geändert, was ja abzusehen war. Es wird immer subjektiv bleiben, so lange man von Menschen bewertet wird.
Mag sein, dass Navka/Kostomarov nicht extrem überlegen sind, aber viel macht ihre Ausstrahlung da wohl aus. Die Küren sind heute auch alles sehr ähnlich durch die vielen vorgeschriebenen Elemente, das macht den Sport auch langweiliger und lange nicht mehr so innovativ wie früher.
Albena und Maxim fand ich im letzten Jahr besser, aber es ist wirklich so viel Geschmackssache. Wer unbedingt noch mit der Kür eine Medaille verdient hätte, wären für mich die Franzosen gewesen, sie haben das wirklich alles toll umgesetzt.
Also für mich wären es wahrscheinlich eher Navka/Kostomarov, und dann auf zwei oder drei entweder die Franzosen oder Belbin/Agosto gewesen. Es ist wirklich schwer aus der Ferne einzuschätzen, wenn man es nicht live gesehen hat, denn auch die Geschwindigkeit kann man im Fernsehen nicht so sehen.
Für die Bulgaren wird es auf jeden Fall nicht so einfach im Olympiajahr. Aber ich denke, im nächsten Jahr werden die Karten wieder relativ neu gemischt, aber auf den Titel haben politisch gesehen, schon Navka/Kostomarov die größten Chancen.
Gut gefallen haben mir sonst auch noch die Italiener und die zweiten Russen, sie haben auf jeden Fall eine gute Zukunft. Die Canadier Dubreuil/Lauzon waren einmalig mit den Hebungen. Also dann, mehr kann ich dazu auch kaum sagen... :-)
Ach so, die Dick Brave Songs von uns waren:
"They remind me to much of you", "She's the most", "Hallelujah, I love her so" und "Twenty Flight Rock"
Macht´s gut, Studium ist wirklich nicht ohne :-) aber macht auch viel Spaß
Liebe Grüße und hoffentlich bis zum nächsten Winter bei irgendeiner Show :-)
Kati und René

Übersetzt aus dem Englischen: Hi! Ich habe eine Menge Dinge zu sagen, weil ich schon ewig im Web suche und nirgends Antworten finde. Hoffentlich könnt Ihr mir helfen. Okay, ich schreibe eine Arbeit für meine Englischklasse am College und die Position oder das Thema, das ich erörtern will, ist, wie Preisrichter auf einer unfairen Basis werten. Ich bin kein Eisläufer und deshalb kenne ich die Regeln nicht - könnt Ihr mir alles erklären, an das Ihr Euch erinnert? Bitte. Könnt Ihr mir die Regeln der ISU erklären? Ist Kostümfreiheit in diesem Sport nicht erlaubt oder wenn sie erlaubt ist, werden die Läufer dann eher bestraft? Das ist die erste Frage. Die zweite, habt Ihr Insiderinformationen über berühmte Läufer und ihre Diätprobleme? Weil ich vielleicht auch darüber schreiben möchte, oder dieses Thema meiner Arbeit hinzufügen. Oder andere Sportler von Sportarten, auf die das Thema passen würde (z.B. berühmte Turner???) Es ist ziemlich offensichtlich (Einkunstläufer, Turner und Balletttänzer), dass sie nicht so essen wie normale Menschen. Ich würde es sehr schätzen, wenn Ihr mir da weiterhelfen könntet. Wahrscheinlich werde ich später weitere Fragen haben, deshalb hoffe ich, Ihr antwortet.
Kristy
Ellisville, Missouri, United States - Friday, April 5, 2002 at 08:13:15 (MET DST)
 
Übersetzt aus dem Englischen: Hallo Kristy,
wir können Dir nur auf dem Weg helfen, dass Du einiges auf der Homepage der ISU: www.isu.org finden kannst. Wir haben als ISU-Amateurläufer viele Regeln und es würde Stunden dauern, alles aufzuschreiben.
Bezüglich der Frage zu den Kostümen können wir Dir zum Eistanz antworten. Das Kostüm muß zur Musik passen, die Dame muß einen Rock tragen, die Herren dürfen keine Strumpfhosen tragen und die Kostüme durfen nicht den Eindruck von Nacktheit erwecken. Die Preisrichter dürfen für die Kostüme Punkte abziehen.
O.k., Kristy, wir hoffen, wir konnten Dir ein klein wenig helfen, vielleicht kannst Du über die ISU das Regelbuch kaufen und mehr Detail-Informationen erfahren, über alles was Du suchst.
Viel Glück bei den Recherchen.
Grüße aus Oberstdorf von Kati und Rene

Hallo Kati, Hallo Rene!
Ich bin jetzt lange genug durchs Netz gesurft nach einer kurzen und knappen Erläuterung der Eistanz-Regeln. Ich habe vieles gefunden. Aber vieles hat sich auch widersprochen. Ich bin so schlau wie vorher. Deshalb wende ich mich an Sie mit der Bitte: Eine kurze Regelkunde für mich. Konkret wüsste ich gern: Welche Pflichttänze werden bei Olympia gelaufen? Welcher Tanz wird bei Olympia im Originalprogramm gezeigt? Darf in der Kür gesprungen und gehoben werden (wenn ja: mit wieviel Umdrehungen), wie ists mit Pirouetten? Dürfen sich die beiden Läufer trennen? Wenn ja, wie lange? Und wie weit dürfen sie auseinander sein? Danke und gute Besserung.
Volker Pickenpack
Hamburg, Deutschland - Monday, December 3, 2001 at 21:26:24 (MET)
 
Hallo, Herr Pickenpack,
na, dann werden wir mal versuchen, ein wenig Licht ins Dunkel des Eistanzens zu bringen, denn die Regeln sind wirklich manchmal etwas kompliziert, auch wir müssen sie am Anfang der Saison immer wieder genau studieren. :-)
Also jedes Jahr stehen vier verschiedene Pflichttänze zur Auswahl, dieses Jahr sind es Blues, Ravensburger Walzer, Golden Waltz und Quickstep. Von diesen vier werden dann bei Olympia zwei ausgelost.
Jedes Jahr wird auch der Rhythmus für den Originaltanz vorgegeben, dieses Jahr handelt es sich um ein Spanisches Medley.(man kann sich zwei bis 3 Rhythmen aussuchen aus Flamenco, Paso Doble, Tango und Spanischer Walzer). Wir haben z.B. Tango und Flamenco gewählt. Der Originaltanz muß 2:30 min +/- 10 Sekunden sein. Und es sind als Elemente im Originaltanz vorgegeben: eine diagonale Schrittfolge, eine Schrittfolge getrennt voneinander synchron, zwei Hebungen und eine Pirouette mit mindestens drei Umdrehungen. Es sind Stopstellen erlaubt, aber auch begrenzt, die längste darf 10 Sekunden betragen. Und es sind im Originaltanz nur wenige Trennungen (auch nur auf Armlänge zum Partner) erlaubt, Ausnahmen sind möglich, da dieses Jahr Flamenco an der Reihe ist und Flamenco wird ja doch eher auseinander getanzt.
Nun noch zur Kür. Die Kür ist frei wählbar, aber die Musik sollte einen Rhythmus haben, Musik nur mit Melodie ohne Rhythmus ist nicht gern gesehen, aber nur Rhythmus geht wiederum. Ist wirklich manchmal schwer nachzuvollziehen, was sich gewisse kluge Köpfe da ausdenken... Die Kür muß 4min +/- 10s dauern und hat auch eine Menge Elemente, die vorgeschrieben sind. Man kann sieben Hebungen machen, aber fünf müssen auf jeden Fall sein, zwei davon sind auch spezifiziert. Eine ist eine Kantenwechselhebung, (d.h. der Partner muß in der Hebung mit der Partnerin zwei verschiedene Kanten, Bögen laufen), die zweite ist eine Drehhebung mit mindestens drei Umdrehungen des Partners mit der Partnerin in der Luft). Zwei Pirouetten sind gefordert (mindestens wieder drei Umdrehungen), auch wieder ein Diagonalschritt, und eine Schrittfolge im Kreis in Uhrzeigerrichtung. Außerdem sind zwei Twizzle-Kombinationen (schnell rotierte Drehungen) synchron nebeneinander gefordert. Außerdem sind Stopstellen erlaubt und in der Kür darf man sich auch öfter trennen, wir glauben, da gibt es nicht mehr zu große Vorschriften wie lange. Es muß eben gut zum Programm passen und technisch anspruchsvoll sein. Springen dürfen wir auch, aber nur maximal eine Umdrehung, also nichts so Spektakuläres, denn z.b. einen Axel dürften wir nicht machen. aber sonst alle Arten von Luftsprüngen...
Das Spektakulärste sind dann oft die Hebungen, die Pirouetten und die hohe Kunst des sauberen Schlittschuhlaufens, so dass es einfach leicht aussieht und natürlich auch die Idee hinter den Programmen.
Wir hoffen, wir konnten ihnen ein wenig helfen, leicht ist das Ganze nicht zu verstehen, aber vielleicht fällt ihnen ja jetzt das Eine oder Andere leichter zu erkennen.
Herzliche Grüße von Kati und Rene

Hi Kati, hi René,
als grosser Eiskunstlauf-Fan schon seit Jahren, kann ich euch nur gratulieren wie Ihr jedes Jahr stetig gestiegen seid in der Gunst der Preisrichter. Oftmals kann aber der "normale" Eislauffan nicht verstehen, wie da manche Plätze zustande kommen. Bei Sprüngen ist das ja noch relativ erkennbar, im Eistanz ist da aber noch eine grosse Willkür bzw. Sturheit der Richter, den richtigen die vorderen Plätze zu geben.
So hättet Ihr im OD in Vancouver den 2. Platz hinter den Kanadiern verdient.
Was könnt Ihr als Sportler da eigentlich tun, um den Eistanz bewertbarer zu machen?
Gibt es sowas wie eine Kommission, die jährlich Regeln bestimmt, sind da auch aktive Sportler drin?
Als letzte Frage: Könnt Ihr eigentlich Eure Eislauf-Musiken zum Downloaden ins Internet stellen, denn jeder Eislauffan mit Internet würde die runterladen.
Die Franzosen Anissina/Peizerat haben das z.B. auch schon auf Ihrer Homepage.
Am Ende noch mal vielen Dank für die schönen Programme in den letzten Jahren, ich wünsche Euch viel Erfolg in der nächsten Saison, vor allem Olympia und ein glückliches Händchen bei der Musik-Wahl.
Bye, Euer Fan
Juan Gonzalez
Frankfurt/Main, Hessen - Monday, May 14, 2001 at 22:33:36 (MET DST)
 
Hallo Juan Gonzalez,
vielen Dank für die nette Mail und für die netten Glückwünsche und Wünsche für die kommende Saison.
Vielen Dank auch für den Vorschlag mit der Musik auf der Homepage. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es aber nicht möglich, die Musik zum Download zur Verfügung zu stellen.
Und nun zu deiner Frage mit den Preisrichtern:
Ja, wir denken es ist für viele Zuschauer manchmal nicht leicht, die Bewertungen nachzuvollziehen, aber selbst für uns manchmal auch nicht. Es ist für alle Beteiligten nicht einfach. Aber wir denken, Eistanzen ist schon wertbarer geworden, seit wir die vorgeschriebenen Elemente im Originaltanz und in der Kür haben. Die Preisrichter müssen die Elemente nur auch richtig sehen und bewerten.
Ansonsten werden sich wohl noch viele Gemüter erhitzen, aber unser Sport ist und bleibt einfach auch sehr subjektiv. Das wird sich nicht ändern, so lange Menschen von Menschen bewertet werden. Es ist einfach schwierig zu sagen, wer der Beste ist.
Wir haben auch eine Eistanzkommission der ISU, die die Regeln festsetzt, aber Regeln sind doch auch immer dehnbar. Außerdem gibt es auch eine Trainerkommission, die teilweise mit Entscheidungen trifft.
Jedes Jahr ist nach der WM ein Seminar, in dem Trainer und Sportler auch Vorschläge bringen, die dann von der Kommission diskutiert und entschieden werden, aber wie gesagt, da gibt es auch viel Zurückhaltung. Es ist bestimmt wie in der Politik. :-)
Trotzallem würden wir uns manchmal für gute Programme auch die entsprechende Wertung wünschen, aber da spielen einfach so viele Dinge eine Rolle, in die auch wir keinen Einblick haben. Bei uns ist nur das Schlimme, das sich während der drei Wettkampfteile nie etwas ändert, denn das ist einfach nicht richtig, denn nicht jedes Paar ist in jedem Wettkampfteil auch gleich stark. Das wird aber eigentlich nicht berücksichtigt. Da trauen sich auch die Preisrichter zu wenig und schließen sich immer nur der allgemeinen Meinung an.
Auf jeden Fall macht uns der Sport trotz allen Schwierigkeiten immer noch viel Spaß, und ganz ehrlich auch Preisrichter möchte man manchmal nicht sein. Wir werden weiter für das Publikum laufen, wir wollen weiter Freude bringen und wir kämpfen auch weiterhin für eine Medaille.
In diesem Sinn viel Spaß beim Zuschauen auch in der Zukunft
Viele Grüße von Kati und René

Übersetzt aus dem Englischen: Hi Kati & Rene!
Zuerst möchte ich Euch sagen, dass mir alle Eure Programme gefallen. Der Originaltanz und die Kür von diesem Jahr sind da keine Ausnahme. Ich denke, Ihr seid eines der vielseitigsten Tanzpaare der Welt und bringt viel Aufregung in den Sport. Von Eurer kreativen Millennium-Kür vom letzten Jahr bin ich ganz begeistert. Ihr habt einen eigenen Stil und ich bin sicher, damit habt Ihr viele Fans erobert. Ich möchte Euch für diese Saison viel Glück wünschen, besonders für die bevorstehenden Europameisterschaften. Ich hoffe, Ihr werdet großartig laufen!
Jetzt zum Frageteil :), Ich hörte, Kati muß Ihr Originaltanz Kostüm für das Grand Prix Finale ändern, weil die Preisrichter andeuteten, Ihr würdet mit Punktabzug rechnen müssen, wenn Du weiterhin die Strapse wie im Moment trägst. Ich bin nicht so vertraut mit den ISU-Kostümregeln oder warum sie bestimmte Regeln erzwingen und andere ignorieren, aber önntet Ihr erklären, wieso Ihr das Kostüm ändern müßt? Ich war der Meinung, das Kostüm paßt sehr gut zum Cabaret-Thema. Hoffentlich wird es Euch nicht zusehr ablenken! Außerdem frage ich mich, ob Preisrichter immer Rat bzw. Fedback anbieten über Dinge, die sie mögen oder nicht mögen?
Viel Glüc für den Rest des Jahres!
Ioana
Wichita, Kansas, USA - Saturday, December 16, 2000 at 00:25:32 (MET)
 
Übersetzt aus dem Englischen: Hallo, Ioana!
entschuldige, dass wir nicht eher antworten konnten, aber im Moment sind wir sehr viel wegen Wettbewerben, Shows und Training unterwegs.
Ja, wir werden unser Kostüm für Cabaret für die Europameisterschaften und Weltmeisterschaften ändern, weil es zu risant wäre, dafür bestraft zu werden. Wir dachten auch, es wäre für das Thema sehr passend, aber die Preisrichter sind der Meinung, es ist zuviel Show. Manche mögen es, andere nicht, besonders das Publikum mag es. Wir werden es weiter bei Shows tragen, aber im Wettbewerb werden wir es ändern. Zumindest haben alle über uns geredet :-)
Besonders beim ersten Wettbewerb geben die Preisrichter Feedback und Ratschläge für die Programme. Das ist gut so, aber manchmal haben wir das Gefühl, wenn sie etwas finden wollen, dann finden sie auch was. Aber wir wollen auch kein Preisrichter sein. Wir denken, das ist ein sehr schwieriger Job, besonders im Eistanz immer korrekt und mit den Regeln vertraut zu sein. Aber Du hast Recht, manchmal ziehen sie für manche Paare etwas ab was sie für andere nicht abziehen. Aber das können wir uns auch nicht erklären...
Wir wünschen Dir ein Frohes Neues Jahr!
Grüße aus Oberstdorf von Kati und René

Übersetzt aus dem Englischen: Ich schreibe eine Arbeit über Ethnographie im Eiskunstlauf für das Unterrichtsfach Englisch. Ich frage mich, wie oder ob Ihr denkt, daß Eiskunstlauf eine wichtige Rolle in den kulturellen Verschiedenheiten und bei der Verbesserung der Beziehungen zwischen Menschen unterschiedlicher Rassen spielt. Wie gut mischen sich die verschiedenen ethnischen Gruppen innerhalb des Sportes von einem globalen Standpunkt aus betrachtet? Ich würde eine Antwort sehr schätzen und bitte um die Erlaubnis, diese - falls notwendig - für meinen Aufsatz in einem meiner Englisch-Kurse nutzen zu dürfen.
Brandi Wood
Lubbock, TX, USA - Montag, 30. März 1998
 
Kati & René: Es spielt keine Rolle, welcher Rasse oder Kultur man angehört, im Eiskunstlauf sind wir alle wie eine große Familie; das Eislaufen verbindet uns und es gibt keine Probleme für uns und all die anderen. Jeder versucht, in seine Programme Elemente seiner Kultur einfließen zu lassen und das macht unsere Sportart interessanter und multikultureller.
(Anmerkung des Webmasters: das Copyright erlaubt die Verwendung der Antworten unter den aufgeführten Bedingungen.)

Übersetzt aus dem Englischen: Ich möchte fragen, ob Ihr das Gefühl hattet, daß die Kritik an den Preisrichterwertungen in Nagano von irgend jemandem - insbesondere von Nordamerikanern - übertrieben wurden. Hattet Ihr das Gefühl, daß die Beschwerden alle fair waren oder daß bestimmte Anhänger eines Teams das Verhalten eines schlechten Verlierers zum Ausdruck brachten?
David Brown
Bathurst, N.B, Canada - Sunday, August 16, 1998
 
Übersetzt aus dem Englischen: Kati: Wir haben im Eistanz immer Wertungsprobleme, weil das Eistanzen manchmal zu schwer zu bewerten ist. Manchmal entscheidet letztendlich nur der Geschmack. Besonders zu Olympischen Spielen wird der Kampf härter, jeder möchte fair behandelt werden - daher kann man verstehen, daß sich nicht immer jeder fair behandelt fühlt. Aber wie soll man es jedem Recht machen??
Wir denken, daß das Thema in Nagano ein bißchen übertrieben wurde, aber dagegen kann man nichts machen - die Noten die man bekommt, bekommt man. Wir wissen auch, daß Politik im Eistanzen eine wichtige Rolle spielt, aber ich denke, daß jeder von uns Eistänzern damit leben muß und daß es immer so sein wird, solange Menschen andere Menschen bewerten. Daher sind die Beschwerden nicht immer fair, denn wir müssen alle mit demselben Wertungssystem leben.

Wie seht Ihr die Zukunft des deutschen Eistanzes?
 
Kati: Mit Miriam Steinel und Vladimir Tsvetkov, die mit uns in Oberstdorf trainieren, und Christina Beier und William Beier in Dortmund haben wir gute Paare für die Zukunft. Hendryk Schamberger trainiert auch einige gute Paare in Berlin. Ich denke, es schaut für die Zukunft gut aus im Eistanz.

Eistanz-Wettbewerbe gelten allgemein als schwer bewertbar. Nur Insider sind vertraut mit den schwierigen Regeln und sind in der Lage, die Feinheiten zwischen den Paaren zu erkennen. Zusätzlich beinhaltet die Preisrichterentscheidungen eine subjektive Beurteilung der künstlerischen Leistung. Fast immer verursachen sie heftige Diskussionen unter Fachleuten und Publikum. Die ISU versucht seit kurzem, diesem Problem verstärkt entgegenzuwirken. Welche Regeländerungen in den letzten Jahren zählt Ihr zu den entscheidenden in die richtige Richtung?
 
Kati & René: Wir denken, es ist gut zu versuchen, einige Dinge bei den Bewertungen zu verändern, aber mit dem neuen System ist es noch schwerer, alles zu verstehen. Man möchte mehr Augenmerk auf technische Dinge legen, vielleicht hilft das.
Aber wie wir immer sagen, es ist schwer, zu werten. Wir würden keine Preisrichter sein wollen.  Es wird immer subjektiv sein, wenn Menschen andere Menschen beurteilen.
Und unser Sport ist Sport und Kunst. Wie kann man Kunst bewerten? Aber vielleicht gibt es mit dem neuen System einen etwas besseren Weg.

Von Zeit zu Zeit werden Vorschläge zur Abschaffung der Pflichttänze gemacht. Welche Folgen hätte das? Wie steht Ihr dazu?
 
Kati & René: Wir denken, es ist schon gut, nur einen Pflichttanz zu laufen. Manchmal denkt man, es wäre gut, die Pflichttänze abzuschaffen, weil es für die Zuschauer sehr langweilig ist, immer das Gleiche zu sehen und die Zuschauer die Unterschiede nicht sehen können, wenn sie nicht wissen, worauf sie achten müssen.
Aber als Läufer kann man Unterschiede sehen und auch die Preisrichter können die Unterschiede gut erkennen, wenn jeder das Gleiche läuft.
Daher ist es vielleicht besser, einen Pflichttanz beizubehalten, um die technischen Qualitäten erkennen zu können. Im Originaltanz und in der Kür kann man die Technik leichter übergehen, denn dort kommt es auf den Programmfluß an.

Noch immer haben die Eistanzpaare damit zu kämpfen, daß sie oft nicht den Lohn für ihre harte Arbeit erhalten. Wie wird man als Läufer mit der Frustration fertig?
 
Kati: Ich liebe das Eislaufen und es ist wunderbar, das Publikum lächeln zu sehen, weil wir ihnen mit unseren Tänzen Freude bereiten - das ist es, was die Frustration verschwinden läßt. Niemand kann dir das Gefühl, für die Menschen zu laufen, wegnehmen.
René: Andereseits hat jedes Paar irgendwann einmal Probleme mit diesen "Spielregeln", das macht es leichter, darüber hinwegzukommen.
Kati & René: Und wie wir immer sagen: "Gute Programme und Paare erreichen eines Tages das, was sie verdienen."

Kati, 1996 wurdest Du zur Aktivensprecherin der deutschen Eiskunstläufer gewählt. Welche Aufgaben beinhaltet diese Funktion?
 
Kati: Man arbeitet mit dem verband zusammen und vertritt die Deutschen Eisläufer. Man hat ebenfalls eine Stimme im Deutschen Sportbund (DSB).
Ich war zusammen mit Mirko Müller Aktivensprecherin, habe aber nie so viel Zeit dafür gefunden, weil ich in Oberstdorf lebe. Es kostet zu viel Zeit aufgrund der langen Wege. Daher hat Mirko die meiste Arbeit von Berlin aus gemacht.
Seit den Wahlen 2003 ist die Funktion des Aktivensprechers aufgeteilt auf die Disziplinen Eistanz, Paarlauf und Einzellauf. Es ist besser, die Probleme der Disziplinen getrennt anzugehen.

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